Montag, 19. Mai 2014




Ein wenig Beziehungspflege III


Wenn ich die Farbe hinter dem Schatten wähle,
ungebundenen Blättern Seitenzeichen setze,
Namenlos den Titel des Bandes nenne,
Schleifen am Rand vergesse,
tausche ich Rubinrot gegen Smaragdgrün
und belasse es wortlos,
dass sich die Sonne in ihrer Bahn bewegt.

Womit sie die Augen schloss, die Notiz im dafür zuständigen Hirnareal ihres neuronalen Netzwerkes speicherte und in den Schlaf fand, während zuvor die Fixierung ihrer Handgelenke am Rahmen des Bettgestells mit dem Klicken der Karabiner seine Fertigstellung fand. Die Vorgehensweise war unklar, weniger strukturiert, was ein rasanteres Pochen des Pulses sowie sich rot abhebende Streifen unter der blässlichen Haut der Innenschenkel als Selbstkosten ihrerseits getragen wurden. Das Material war Bambus. Die Gegend, in welcher dieser ursprünglich wuchs, und die damit verbundene Vielzahl von Handelsketten war ihr ein Stück willkommener.

S. dagegen mochte eher den taktischen Gebrauch und sah sich in der Rolle des Endverbrauchers gut situiert. Zweiundachtzig fand seine Bedeutung in der Umkehr zu Achtundzwanzig, als ihr Blick an einem sich lösenden Knopf der geöffneten grünen Bluse unkonzentriert haften blieb und somit die Zahlenfolge seine natürliche Ordnung verlor. Inoffiziell wusste sie, es war weniger das verwirrende Resultat einer heißen Naht als vielmehr seine treibende Gier, überflüssigen Stoff zu beseitigen. Einhundert, die Eins mit den zwei Nullen, fügte er als Orientierung hinzu, wobei Zielabweichungen nicht seinem Wesen entsprachen.  

Erfolg hat nur, wer auf Veränderung schnell reagiert, fing sie in den Seiten der ältesten bekannten militärischen Abhandlung der Welt auf, und korrigierte S. eingangs nebenher, dass nicht die Sonne, sondern die Erde sich in ihrer Bahn bewegt.